Projektgebiete

Uckertal Süd

GEBIETSBESCHREIBUNG

Das Untersuchungsgebiet teilt sich in zwei Teilgebiete „Uckertal-Süd“ und „Stierngraben“, die südlich der Stadt Prenzlau liegen.
Das Gebiet „Uckertal-Süd“ mit einer Fläche von 1600 ha umfasst den Bereich zwischen den beiden Uckerseen (Ober- und Unteruckersee) sowie die Moorbereiche zwischen Röpersdorf und Zollchow um das Süd-West-Ufer des Unteruckersees, den Moorbereich um den Krummesee östlich von Seehausen und die Moorgebiete südlich des Potzlower Sees.

Das Gebiet „Stierngraben“ mit einer Fläche von 223 ha konzentriert sich auf die vermoorten Bereiche um den Unterlauf des Gewässers Stierngraben, südlich begrenzt durch die Verbindungsstraße zwischen Flieth und Suckow, westlich durch den Oberuckersee. Die nördliche Gebietsgrenze verläuft zwischen Wrietzensee und Stierngraben und die Ostgrenze etwas nördlich der Ortslage Flieth.

Beim Gebiet Uckertal-Süd handelt es sich um einen großen Verlandungsmoorbereich im Komplex mit Durchstömungsmooranteilen an den geneigten Moorrändern und Quellmooren.

Das Stierngrabengebiet umfasst den Mündungsbereich (Unterlauf) des Stierngrabens in den Oberuckersee. Es hat eher Versumpfungscharakter. Aber auch wurden Anteile von Quell- und Durchströmungsmoor angesprochen.

Die gesamte Niederung zwischen den Seen Oberuckersee und Unteruckersee wird schon seit über 1000 Jahren durch den Menschen (Entwässerung, Mühlwassereinstau, Seespiegelrgulierung usw.) beeinflusst. Auch das Stierngrabengebiet ist von Entwässerungsgräben durchzogen. Die reine Torfmächtigkeit schwankt stark im gesamten Gebiet und erreicht bis zu 4 m. Dabei sind in den Randbereichen des Uckertals die größten Torfmächtigkeiten zu finden.

Im Stierngrabengebiet waren schon vor dem 19. Jhd. Entwässerungsstrukturen angelegt. In beiden Gebieten begann aber die Hauptentwässerung zum Ende des 19. Jhd. In und nach dem 2. Weltkrieg verfielen die Meliorationsanlagen. 1948 wurden die Moore zwischen Ober- und Unteruckersee erneut standörtlich erkundet. Beginnend in den 1960er Jahren wurde begonnen die Entwässerung der Flächen weiter zu intensivieren und zu verstärken. Dabei gelang es nie den zentralen Teil des Uckertals zwischen den Seen derart zu entwässern, dass hier Grünlandnutzung möglich war. Somit hat das Moor aufgrund der morphologischen und hydrologischen Gegebenheiten in diesem Bereich seinen Ausgangszustand weitestgehend bewahrt.

(Quellen: G. Lutze, H. DOMNICK (Hrsg.), 2017, Beyrow 2004)

Teile des Projektgebiets gehören auch zum Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Diesem Gebiet kommt aktuell in puncto Naturausstattung eine deutschlandweit exponierte Position zu. Die existenten Lebensräume im Schilf und artenreichem Grünland und noch recht großflächig erhaltenen Moorflächen sind von herausragender Bedeutung als Zugvogellebensraum, aber auch für Brutvögel, wie z.B. Rohrdommel (Botaurus stellaris) und Bekassine (Gallinago gallinago). Potenziell wird das Uckerseen-Gebiet außerdem als Entwicklungsfläche für den in Deutschland aktuell als „Ausgestorben“ geltenden Seggenrohrsänger (Acrocephalus paludicola) eingestuft.
Das Gebiet stellt einen wichtigen Lebensraum für die FFH-Art Fischotter (Lutra lutra) dar. Auch weisen die Uckergewässer eine in Deutschland einmalige Artenzusammensetzung, z. B. bei Krebstieren auf, die noch recht wenig von Neozoen, also fremdländischen Arten beeinträchtigte ist.

Auch botanisch ist das Projektgebiet von brandenburg- und sogar deutschlandweiter Bedeutung. Mehrere Gefäßpflanzen der höchsten Gefährdungskategorien „Vom Aussterben bedroht“ und „Stark gefährdet“, sind hier noch zu finden.

Als große Besonderheit kommt hier auch das halophile, also auf sogenannte „Salzstellen“ beschränkte Laubmoos Hennediella heimii vor. Im Projektgebiet besitzen auch zwei Pflanzenarten, die nach der FFH-Richtlinie ganz speziellen, europaweiten Schutz genießen, bedeutende Vorkommen. Es handelt sich um den Kriechenden Sumpf-Sellerie (Helosciadium repens) und um die Sumpf-Engelwurz (Angelica palustris). Letztere Art weist im Uckergebiet heute die größten Bestände in ganz Deutschland auf.

WAS LÄUFT AKTUELL?

Hydrologische Messungen an neun Grundwasserbeobachtungsmessstellen und einer Oberflächenwassermessstelle
Kartierung der Avifauna
Abstimmungen mit Nutzerinnen und Nutzern

AUFGABEN

Aufbau von Verwertungsketten
Betriebsspezifische Analyse hinsichtlich Anpassungsbedarf für die einzelnen Landwirtschaftsbetriebe
Informationsveranstaltung für Eigentümerinnen und Eigentümer

AKTUELLES UND LINKS

Am 19. August 2022 findet die erste Informationsveranstaltung für Eigentümer im Projektgebiet Uckertal Süd statt.

ERFÜLLUNGSSTAND

Den Erfüllungsstand der Aufgabenstellungen entnehmen Sie bitte der Tabelle hinter diesem Link.
Der Abschluss der Projektmodule 1. und 2. ist für die Jahre 2022 und 2023 geplant. Folgende Projektmodule werden sich daran anschließen:

  1. Validierung der Entwicklungsszenarien
  2. Genehmigungsverfahren
  3. Projektumsetzung